Landschaften am Rande


"Landschaften am Rande" nennt Alexander Riffler seine großformatigen, breit hingelagerten Landschaften fast zu bescheiden. Ein erster Blick auf die Sujets bestätigt, dass er weder spektakuläre Orte oder Landschaftsformationen sucht, noch außergewöhnliche Wetterphänomene. Einige Aufnahmen weisen eine ausgesprochene Mittelsymmetrie aus, oftmals herrscht ein enges Spektrum weniger Farbschattierungen vor, mitunter fehlt sogar ein offenkundiges Bildmotiv. Dies alles zeigt Alexander Riffler bevorzugt unter gleichmäßig bedecktem Himmel, dramatische Wolken oder harte Schlagschatten vermeidet er.




Die Beziehung zur Malerei


Die Sinnestäuschungen des trompe l´oeuil sind Alexander Rifflers Sache nicht. Seine Großfotos sind eine nüchterne Bestandsaufnahme von Ausschnitten unserer natürlichen – in diesem Fall auch: lokalen – Umgebung, denen jedes Pathos, jeder Anklang an die heroischen Landschaften des Klassizismus ausgetrieben ist. Man kann es an einem Beispiel gut erkennen: Meistens sind in diesen Bildern die Himmel, wenn sie überhaupt vorkommen, wolkenlos; so wie die Landschaften ohne Menschen sind. Keine Götter, keine Menschen, nichts Olympisches und nichts Arkadisches wohnt ihnen inne. Und doch gibt es in ihnen eine überraschende Ausstrahlung der Feierlichkeit. Trotz unbehaglicher Einzelwahrnehmungen stellt sich das Gefühl einer großen Ruhe ein, so etwas wie die Würde der Peripherie, die Majestät des Marginalisierten.




Nicht die pathetische Inszenierung kennzeichnet seine Fotografie.....


Ob in Österreich, Namibia, oder Deutschland - Alexander Riffler interessiert sich für Landschaften. Nicht die pathetische Inszenierung kennzeichnet seine Fotografie, sondern vielmehr der sachliche Blick auf die Schönheit einer Nutzlandschaft. In seinen großformatigen Fotografien untersucht er Steinbrüche, Flussverläufe, Stauwehre, Entsalzungsanlagen, Fabriken, Stau- und Baggerseen. Er thematisiert Natur, die zivilisatorisch bearbeitet wurde, deutliche Eingriffe der Nutzung zeigt und schließlich zurückgelassen wurde. Riffler setzt sich in seinen Arbeiten mit dem öffentlichen Raum auseinander und rückt unscheinbare Gegenden, die sich am Rande der Wahrnehmung befinden, in das Blickfeld des Betrachters - farbig, exakt und nüchtern. Viele seiner Reisen haben sich in seinem Werk niedergeschlagen. Seine Motive findet er in West-Afrika ebenso wie an dem Uferverlauf der Rems. Mit seiner Großbildkamera und dem kosequent nüchternen Blick verwandelt er die Tristesse der Nutzlandschaft in Fotografien mit poetischer Wirkung. Akteurin ist hier die Natur. Die Fotografien der Namibia-Serie werden durch eine unwirkliche Lichtstimmung geprägt. Die Tonigkeit der Sandlandschaften erinnert an ausgeblichene Aufnahmen aus der Pinonierzeit der Lichtbildnerei. Ebenso wie in den schwäbischen Uferlandschaften sind die Namibia-Bilder von Verlassenheit geprägt. Menschen sucht man vergeblich.